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Der Ausdruck in der Musik
Entstehung
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Hugo Riemamr.

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ist, daß auch hier in manchen Einzelheiten Begriffsverwirrungetwas gar nicht seltenes ist; indem ich die Berichtigung solcher ver-kehrten Auffassungen der privaten Information aus guten Büchernüberlassen muß, wende ich mich sogleich der Betrachtung derjenigenDetails des Ausdrucks zu, welche durch die Notenschrift nicht direktgegeben, wenn auch, wie wir sehen werden, mittelbar aus ihr her-auszulesen sind.

Der eigentliche Träger des musikalischen Aus-drucks ist die Melodie, für welche man daher vorzugsweiseeinen ausdrucksvollen Vortrag fordert. Eine schlicht empfundene,deutlich gegliederte Melodie trägt die Gesetze ihres Vortrages in sichselbst und bedarf häufig kaum der Lresooudo- und Dimimmudo-Zeichen. Wünscht der Komponist als Niveau der dynamischen Schat-tirung, als Ausgangs- und Endpunkt der dynamischen Entwickelungeinen anderen Stärkegrad als das schlichte NoWokorto, so muß erdas allerdings durch x, ff M oder U anzeigen, und ebenso müssenplötzliche Kontraste, die Effekt und nicht schlichte Natur sind, vor-geschrieben werden. Das allgemein giltige Gesetz für die dynamischeSchattirung des Melodischen ist Steigerung der Tonstärke beisteigender, Verminderung der Tonstärke bei fallenderMelodie. Jede Abweichung von diesem Grundgesetze ist, sofernsie nicht durch andere Gesetze von gleich allgemeiner Giltigkeit, welchewir gleich kennen lernen werden, bedingt wird, abnorm, irregulärund muß daher vom Komponisten ausdrücklich verlangt werden.Man wird finden, daß die Komponisten ein (Äosooudo für die fal-lende oder ein Diminuendo für die steigende Melodie stets durchZeichen oder Worte fordern, während das Oesoendo der steigendenund das Diminuendo der fallenden Melodie gewöhnlich als selbst-verständlich vorausgesetzt werden. Der Usus hat hier längst dasunausgesprochene Gesetz befolgt.

Warum das Lresoendo dem Steigen, das Diminuendo demFallen der Melodie angemessen ist, läßt sich zwar nicht gerade mitzwei Worten sagen, ist aber keineswegs völlig unerkannt; die Phi-losophen haben darüber nachgedacht und gefunden, daß sowohl dieSteigerung der Tonstärke als die Steigerung der Tonhöhe eine Zu-nahme der Lebendigkeit, eine Vergrößerung der Bewegungs-geschwindigkeit bedeutet. Bei den höheren Tönen sind die Schwin-gungsperioden kürzere, folgen also einander schneller, bei den stärkeren