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Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung
Entstehung
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S, Bagge.

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Entwicklungsgänge in seinen Symphonien kann man daher nichtreden, wenn man nicht wie sein Biograph, C. F. Pohl in Wien,dieselben ans Manuskripten kennt. Da aber die Sprache die Be-kanntschaft mit den Werken nicht ersetzen kann, so ist selbst Pohlübel daran, wenn er eingehend über Symphonien redet, die sonstNiemand kennt und kennen kann. Dennoch muß man ans ihn ver-weisen, als den wahrscheinlich Einzigen, der aus wirklicher Kenntnisdarüber schreibt, und der so manche dankenswertste Mittheilunggiebt. Interessant ist z. B. aus seiner Darstellung über die erstenSymphonien Haydn's zu entnehmen, daß dieser Meister gleich An-fangs viel experimeutirte, und, wie es scheint, zuerst über denUnterschied von Konzert und Symphonie nicht ganz klar war.Während im „Konzert" (das Wort als Musiksorm verstanden)das Solospiel auf verschiedenen Instrumenten ganz berechtigt ist,hat die „Symphonie" nichts damit zu schaffen. Haydn's „Experi-mente" zeigen sich nun darin, daß er Symphonien mit Titeln:„Der Mittag", „Der Morgen" schrieb, und in seiner zweiten Sym-phonie aus dem Jahre I76l zwei Violinen, Violoncell und sogarKontrabaß als Soloinstrumente verwendete; die erste Soloviolinespielt dort ein Recitativ (wie in Beethovens letzter die Bässe!),und der Kontrabaß trügt im Trio des Menuet solo eine sentimentaleMelodie vor. Gut, daß Haydn durch seine amtliche Pflicht zu mas-senhafter Produktion auf dem Gebiet der Symphonie gezwungenwar, sonst wäre er möglicherweise aus dem Experimentircn gar nichtherausgekommen. So aber verblieb ihm nur die Neigung zu lau-niger Anwendung überraschender Mittel des Satzes und der Instru-mentation, der man so viel heiteren Genuß zu danken hat, und inFolge welcher er mannigfaltiger und freier erscheint als der dochpersönlich nicht weniger heitere und launige Mozart.

Der Ebengenannte nun ist jetzt in seinen Symphonien (derenes 47 sind) vollständig bekannt, wenigstens für den Partiturleseroder -spieler, seitdem, wie bereits bemerkt, die Firma Breit köpfund Härtel in Leipzig die bisher unbekannten älteren Sympho-nien in ihrer Gesammtausgabe der Werke dieses Meisters hat er-scheinen lassen*). Nach dem, was man aus dieser neuen Bekannt-schaft lernen konnte, war es sehr unrecht, jene älteren Symphonien

ch Vergleiche Berliner „Gegenwart" der. 37 vom ll>. September l882.