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Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung
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Dic Symphonie in ihrer historischen Entwickelung.

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in das Gebiet der Solomusik zu gerathen — eine Gefahr, der fein-sinnige Künstler lieber ganz ans dem Wege gehen.

Eine zweite Frage ist die nach der Anwendung der Fuge oderdoch des fugirten Stils. Fuge als absolute Form ist dem Wesender Symphonie, wie überhaupt der Sonatenform, entgegengesetzt,weil sie die absolute Einheit repräsentirt, die Sonate aber die Man-nigfaltigkeit und Gegensätzlichkeit. Dagegen ist die sogenannte fu-girte Schreibweise, das fn»aio, oder wie man hier ebenfalls sagenkönnte: die angewandte Fugcnsorm, in der Symphonie als Mittelpolyphoner Durchführung gewiß nicht zu verschmähen. Merkwürdigist nun, daß auch hier wieder Mozart am wenigsten mit dieserForm sich zu schaffen macht, dafür aber freilich, als wolle er allesVersäumte nachholen, in seiner letzten 6ckur- („Jupiter-") Symphonieein Meisterstück in der Fuge leistet, das sich sogar neben S. Bach'skunstvollsten Fugen sehen lassen kann, indem er im Finale vierThemas zuerst einzeln in anfänglich homophoner, dann aber fngirterund kanonischer Weise behandelt, zuletzt aber alle vier zusammen(wobei sogar noch ein fünftes wenigstens nebenher läuft) im wirklichentüMto durchführt. Haydn fngirt in vielen seiner Sympho-nien ganz gehörig, und läßt wenigstens durchblicken, daß er, dersonst kein Fngenschmied war, doch auch mit den sublimsten Künstenaufwarten könnte, wenn er wollte. Beethoven endlich, demman oft nachgesagt hat, die Fuge sei nicht seine stärkste Seite, fngirtin seinen Symphonien mit offenbarer Vorliebe. Man denke an denTrauermarsch und das Finale der Eroica, an den dritten Satz der(dnoll-. an das Allegretto der Tckni-. vor Allem aber an denersten, zweiten und letzten Satz der Dmoll-Symphonie! Das Orche-ster, obwohl in der absoluten Vielzahl seinen Stimmen der abso-luten Beschränkung der Stimmenzahl in der Fuge entgegengesetzt,zeigt sich unter solchen Händen der fugirten Form doch sehr zu-gänglich, und nicht selten offenbart sich diese als eins der wirksam-sten Mittel selbst der poetischen Intention. —

Nun bloß noch einige nachträgliche Bemerkungen, die oben imVerlauf der Darstellung nicht ohne Störung hätten angebracht wer-den können.

Joseph Haydn soll über 156 Symphonien geschrieben haben,von denen etwa die Hälfte durch vierhündige Klavierauszüge, abernur ein sehr kleiner Theil in Partitur erschienen ist. Von dem