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Die Symphonie
in ihrer historischen Entwickelung.
von
S. Baggc.
nter den Musikformen, welche im Laufe der zwei letztenJahrhunderte zuerst zu langsamer, dann zu enormrascher und steiler Entwicklung gekommen find, nimmtdie Orchester-Symphonie wohl die allererste Stelleein; denn obwohl sie mit Sonate, Streichquartett u. f. w. durchausähnliche Struktur aufweist, hat sie doch in Folge der Vielheit derdarin verwendeten Instrumente sich einer äußerlich reicheren Ent-faltung fähig gezeigt, ja es ist in ihr geradezu ein neues Elementzur Geltung gekommen: das Klang wesen. In einer Klavier-sonate haben wir ungeachtet aller Anschlagsnuancen absolut nureine Klangfarbe; im Streichquartett wohl drei (Violine, Bratscheund Violoncell), aber doch nur die Klangfarbe des Streichinstru-mentes; in der Klaviersonate mit Violine oder Cello, im Klavier-trio oder -quartett die Verbindung der Klangfarben des Klaviersund des Streichinstrumentes; doch behält das Ganze immer einegewisse Beschränkung und dazu den Charakter des Solovortrags,da jede Stimme einfach besetzt ist und somit das subjektive Elementdes Spielers im Vordergrund steht. In der Symphonie dagegenhaben wir von vornherein die mehr- oder vielfache, also „chorische"Besetzung und zugleich, wenigstens in neuerer Zeit, die Vereinigungsämmtlicher Orchesterinstrumente, welche sich dann in vier große
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