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S. Bagge.
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treffende Motiv (Omall) auf das im ganzen Satze bearbeitete Baß-thema gebaut ist und somit auch als Variation aufgefaßt werdenkann. Bei Mozart kommt in einer bisher unbekannten Symphonie(Nr. 19, Lsänr) ein Finale vor mit einer Menge von Mittelsätzen;da dort das Hauptthema und fämmtliche Mittelsätze aus je zweirepctirten Theilen bestehen, so crgiebt dieser Umstand den seltenenFall, daß das Finale neun repetirte Theile ausweist. —
Kehren wir von der Betrachtung der einzelnen Sätze und ihrergeschichtlichen Entwicklung wieder zur Symphonie als Ganzes zu-rück, so finden sich zunächst noch einige Fragen, die erledigt seinwollen. Erstens die, in wiefern die Variationenform hier eineRolle spielt. Die reine oder absolute Variation ist es weniger,um die es sich hier handelt, als die angewandte, und als dieForm der Varianten. Letztere finden sich bei Mozart am we-nigsten, was um so auffallender, als er als Opernkomponist, deritaliünische Muster vor sich hatte, zu jener Zeit aus solchen Schmuckgeradezu hingewiesen war und bekanntlich in seinen Klavier werkendenselben auch reichlich angewcndct hat. Sollte es ihm als deut-schen Künstler widerstrebt haben, dergleichen auch in der strengerenForm der Symphonie anzubringcn? Kaum glaublich, da er „PapaHaydn" vor sich hatte, der gerade hier sehr freigebig war und sogardie angewandte Variationenform — womit das Variiren ganzerTheile gemeint ist, ohne daß aber ein ganzes Stück ausschließlichaus Variationen bestände, — auch in der Symphonie liebte undpflegte. Diese angewandte Variationenform findet sich bei Mo-zart noch weniger als die Variante; desto mehr aber, außer beiHaydn, bei dem großen Nachfolger Beider: bei Beethoven. Essind folgende Sätze des Letzteren, die hier besonders in Betrachtkommen: Eroica, Finale; (bnoll, Adagio; ^.ckur, Allegrctto; llmoll,Adagio und Finale. In der Nennten also bedient sich Beethovendieser Form sogar in zwei aufeinander folgenden Sätzen. Daß dieabsolute oder reine Variationenform in der Symphonie der dreiMeister keine Aufnahme fand, ist bemerkenswert!), da sie alle dieseForm mit Vorliebe anderswo gebrauchten; es erklärt sich aber viel-leicht am einfachsten daraus, daß diese Form eher für das Solo-spiel als für das chorische oder Ripienspiel passend erscheint; daßsür die Orchesterkomposition die Gefahr nahe liegt, mit Variationen