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Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung
Entstehung
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9) Die Symphonie in ihrer historischen Entwickelung. 73

Außer oder mit den Hörnern erscheinen frühzeitig auch Trompetenund Pauken, doch nicht so häufig wie die Hörner, nur bei Stücken,deren Charakter geradezu einen festlichen Anstrich hat. Viel späterfindet man Posaunen in der Symphonie angewendet, erst Beethovengriff zu ihnen in einigen wenigen Sätzen, wo er besonderer Kraftbedurfte, wie im Finale der fünften, im Scherzo und Finale derneunten, und in der Gewitterscene der sechsten oder „Pastorale-Sym-phonie. Heutzutage sind drei Posaunen den Komponisten bereits sounentbehrlich, daß kaum mehr ein Orchestersatz geschrieben wird,sei er auch von sanftestem, weichstem Charakter, wo sie fehlten. —Von den Schlaginstrumenten haben sich, außer der musikalischerenPauke, die andern glücklicherweise von der Symphonie ferne ge-halten; nur ganz sporadisch, für besondere Zwecke, erscheint hin undwieder diese sogenannte türkische Musik; wozu auch noch die Picco-loflöte zu rechnen, in plano oder einzeln, so z. B. in der wohldeßhalb so genannten Militärischen Symphonie von Haydn, bei Beet-hoven im Finale der neunten Symphonie, hier auch sehr passend ;bei Mozart nie. Spätere Komponisten, wie Schumann, haben ge-legentlich den Triangel als pikantes Reizmittel benützt. — Zu er-wähnen wären noch gewisse ältere Instrumente, so, als hie und davorkommend, das Kontrafagott; dagegen finden wir in den Meister-symphonien weder Bassethorn noch Englisch Horn. — Harfe undKlavier, obwohl letzteres als Instrument des Dirigenten früher überalldabei war, haben sich in der Symphonie nie eingebürgert, und esist einem französischen Komponisten, Hector Berlioz, Vorbehalten ge-blieben, von einem Orchester mit so und so viel Harfen und einerganzen Tonleiter von Pauken wenigstens zu — träumen.

Jene oben angeführte stetige Zunahme der Blasinstrumente istnatürlich auf die Klangfarbe des ganzen Orchesters nicht ohne Ein-fluß geblieben, um so weniger, als die fortgeschrittene Vervollkomm-nung der Blas- und namentlich Metallinstrumente ihnen allmählicheinen größeren Antheil am Satz verschaffte und sicherte. Das früherübliche, oft zu wunderbaren Effekten dienende, zuweilen aber aller-dings auch störend wirkende Mitblasen einzelner Töne einer Melodiewich allmählich der Ausnützung der Skala zur Wiedergabe ununter-brochener melodischer Phrasen oder Melodien. Hierdurch wurde aberder Klang des Orchesters verändert: das früher dominirende, auchin sich die ganze Harmonie tragende, überdies geistiger wirkende