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S. Bagge.
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Streichquartett trat in den Hintergrund, während den Vordergrundalle möglichen Bläser einnahmen — eine Veränderung, die in ihrenExtremen für feinere Sinne zu Schaden und Verdruß geworden ist.Es giebt allerdings auch edlere Behandlungsweisen, wo bloß einsaftigeres Kolorit entsteht, statt einem schreienden und brüllen-den ; immerhin wird auch hier das Verlangen nach möglichst starkerBesetzung der Streichinstrumente geweckt.
Im Allgemeinen entwickelte sich, bevor jene extreme Behand-lungsweise um sich griff, eine äußerst feinsinnige Instrumentationin Bezug auf Ökonomie, Schattirung und Wohlklang. Man lerntedie Tonfarben nach akustischen, dynamischen und charakteristischenGesichtspunkten auf das schärfste abwägen, damit jede an ihremPlatze die rechte Wirkung thue, keine die andere decke. Der Kodexder darauf bezüglichen Regeln wuchs endlich so weit an, daß mandas Studium der Meisterpartituren, das aufmerksame Hören, dieeigene Erfahrung, nicht mehr für ausreichend hielt, sondern zu Nutzund Frommen der jungen Komponisten, die gleich Ouvertüren undSymphonien für großes Orchester zu schreiben unternahmen, dickeBücher über die Kunst des Jnstrumentirens verfaßte und herausgab,über deren wirklichen Nutzen gestritten werden kann, denn das aufdiese Weise Gelernte bleibt ein äußerlich Angelerntes, kommt nichtaus dem wichtigsten Faktor des Schaffens: aus der Phantasie. Über-haupt wurde das „Jnstrumentiren" in seiner Wichtigkeit unmäßig indie Höhe geschraubt, die Sorge um die Farbe ließ die Sorge umgute, richtige und schöne Zeichnung vernachlässigen, wodurch haupt-sächlich das Bergabgehen der musikalischen Komposition in unsererZeit verschuldet ist. — Die schöne Welt der Meistersymphonien aberliegt vor uns wie ein Zaubergarten — man geht ihn nie aus, undunerklärte Wunder beschäftigen fortwährend den, der mit seingebil-detem Sinn sich darin umsteht. —
Die Instrumente und ihre vortrefflichste Verwendung und Be-handlung machen nun aber freilich lange nicht Alles; sie haben javernünftigerweise nur als Organe des Ausdrucks zu dienen. DieHauptsache bleibt eben: die Tongedanken, ihre künstlerische Grup-pirung und Durchführung. Man wird daher die Entwickelung derSymphonie auch und hauptsächlich nach dieser Seite zu betrachtenhaben. Sie geht hierin parallel mit der Sonate, aber immerhinbedingt durch die anders gearteten Darstellungsmittel. Von der