z88 Leben desEnZelländers
meine Freude nicht Herr. Zwar wenn, nach meiner ^Meynung, diese Moscowiter den Christen-Nahmenverdienen, so ist es auch alles, was ihnen dißfalls bey- ^gelegt werden kan, doch halten sie sich es vor eine Eh,re, diesen Nahmen zu fuhren, ja sie sind nach ihrer Arr ^recht andächtig. B
Ich bin gewiß versichert, daß iedweder Mensch,der ^"durch die Welt, wie ich, reisete, und eine Sache zu D«berlegen fähig wäre, nachdrücklich empfinden muß, Adaß es ein grosser Seegen des Himmels sey, wenn r 2man in einem Lande gebohren worden, wo der Nah, »dame GOttes, und des Heylandes bekannt ist, und an« Dgebetet wird, und nicht unter solchen Völckern,wel, chche durch das Vcrhängniß den gröbsten Irrthümern smübergeben, ja unter Mlckern, welche den TrüffelnGottes-Dienst leisten, welche vor dem Holh unddemStein niederfallen,und die Element«, die Ungeheuer,und die allernichtswürdigsten Thiere, oder wenig, Leinstens deren Bilder anbeten. Bißher waren wir bißdurch keine Stadt kommen, die nicht ihre Götzen- H,Tempel und Bilder hatte, und wo das thörichteVolck die Ehre,welche der Gottheit gebühret, an dem HMerck seiner eigenen Hände nicht ruchloser weisem- Munheiligte.
Zum wenigsten waren wir damahls in einem Lau-de angelangt, wo man den äußerlichen Dienst M ^Christlichen Religion sahe, wo man bey dem Nah- ^menJEsu Christi die Knie beugete, und woselbst das ^Christenthum vor die wahreReligion gehalten ward,ob man schon solche allda durch die gröbste Unwiffea- -Hheit verunehrete. Es gefiel mir unvergleichlich wohl, ^daß ich auf das wenigste einige Merckmahle davon
sahe,