Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
766
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?6§ Wullderthateu.

Es ist dienlich anzumerken, daß Ambrosius einer dergrößesten Geister am kaiserlichen Hofe, und ein Sohn einesder vornehmsten Herrn im Reiche war; daß er, schon inseiner ersten Jugend, die Regierung der Provinzen Liguriensund Aemiliens erhielt; und daß die Weisheit, die er unterseiner Verwaltung blicken ließ, die Ursache war, daß ihn dieganze Stadt verlangte, um den Bischofsiß derselben kaiser«lichen Hofstadt zu bestellen. Es ist dienlich dieses anzumer,ken, weil unsre Philosophen Leute sind, die schon aufdeneinzigen Namen, und auf das Amteines Priesters, nichtsals Hohn und Verachtung bezeigen. Der heilige Augustin,das schönste Genie seines Zeitalters, und vieleicht das schön,ste Genie, das jemals gclebet hat, wohnte dortmals zuMayland, und bekräftiget, als Augenzeug, alles, was beydieser Uebersehung vorbeygieng. Endlich feyert man, seitvierzehn Jahrhunderten, ihr Gedächrniß in der Kirche zuMayland. Können so ehrwürdige Zeugschasten im Gemü,th« vernünftiger Menschen noch einen Zweifel zurücklassen?Aber wozu taugen sie bey Philosophen? sie zu überweisen,oder sie zu Schanden zu machen?

Der Philosoph.

Oinit vielem Vergnügen habe ich Ihnen zugehöret.Aber hören auch Sie noch, was dieser Mann auf die Bah«ne bringt. ,. Leute, saget Sr, die ihre Vernunft durch die Wissenschaft umerstüßen, werden sagen, die Kirchen, Väter haben selber oft bekannt, daß zu ihren Zeiten keine Wunder mehr geschehen. Der heilige Lhrysostomus sa»

get es ausdrücklich; der heilige Augustin selbsten fraget in

seiner Stadt Gottes: Warum geschehen jene Wundertha- t«n heut zu Tage nicht mehr, die vormals geschehen sind?