7§4 Wunderthaten.
Geschmacks der Philosophen. Es giebt viele andere billigeund vernünftige Dinge, die ihnen eben so wenig schmeckenwollen.
wie kömmts, daß so viele Märtyrer frisch und ge»fund aus dem siedenden Oele entkommen sind, und derSchärfe des Schwertes nicht haben widerstehen können?Man giebt zur Antwort: weil es der willen Gotteswar. Aber die Philosophen möchten all dieses mit ihrenAugen gesehen haben, ehe sie es glauben.
Ich antworte erstlich auf die Frage, daß sie ganz amUnrechten Orte stehe. Es kömmt darauf an, daß man dieRichtigkeit der Sache an den Tag lege, und nicht ihren Be,iveggrund und ihre Ursache untersuche.
Nachmals sageich: Die Philosophen, welche alles ge,sehen haben möchten, ehe sie es glauben, bekriegen sich selb,sten, und bekriegen uns nicht. Man kann wohl eben zu ih>nen sagen, was Jesus Christus den Abraham zum reichenPrasser sagen läßt: *Sie haben Moses und die Propheten,wenn sie diese nicht hören, so würden sie eben so wenigglauben, wenn auch ein Lodter vor ihren Augen aufer»stünde. Man weiß schon, daß sie mehr geneigt sind, dieWahrheit zu bestreiten, als dieselbe anzunehmen, und mansieht wohl, daß sie nur von ihrer Hoffart und ihrem Hange zurFreydrnkerey angesporuet und verblendet werden.
Die zwo Wunderthaten, die sie aus jenem gottlosenSchriftsteller angezogen haben, sind so ächt und glaubwürdig,als immer der strengste Kritiker verlangen kann.
l. Der heilige Polykarp, Bischof zu Smirna, einSchüler des heiligen Johanns des Evangelisten, wurde vor
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