Wunderthaten. 75 s
Der Gottesgelehrte..
Rousseau wird sich deßhalbeu noch nicht gefangen geben.Er wird sagen: Da die Menschen von den wunderthatennur nach ihren Sinnen urtheilen können, und wenn(bey den Wunderthaten, wie bey den Zaubereyen) die Em,pfindung der Sinne gleich ist, so beweist das Zeichen, alsZeichen, auf einer Seite nicht mehr, als auf der andern,und der Prophet hat in diesem Punkte vor dem Zaube-rer nichts voraus.
Der Philosoph.
Es ist wieder falsch, daß der Mensch von den Wunder,thaten nur nach den Sinnen urtheilen könne. Es empfan,gen zwar nur die Sinne den Eindruck, welchen die Wunder,that , oder die Zauberey machet; aber nur die Vernunft istfähig, ihren Unterschied zu erkennen, und zu entscheiden, dasie die Umstande von beyden untersuchet.
Der Gottesgelehrte.
Aber, wenn man Ihnen saget, daß aus diesen wechselndenVersuchen von Wundern zwischen Moses und den Zauberern* Pharao wohl etwa nichts anders hätte schließen kön-nen , als daß Moses ein geschickterer Zauberer wäre, alssie: was könnten Sie darauf antworten ?
Der Philosoph.
Ich würde sagen, Moses habe allezeit im Namen Got-tes geredet, und man habe jene niemals Zauberer geheißen,die in allen ihren Handlungen den Namen Gottes anrufen.Pharao machte den Schluß nicht, worauf Rousseau deutet.Er schloß vernünftiger, als der Philosoph von Genf.
Der
* m. Seit.
Bbb r