Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
740
Einzelbild herunterladen
 

742 Wmiderthaten.

nug ist, Todte zu erwecken. So viel im Vorbeygeheu!

Wir wollen zu seinen Aussprüchen schreiten.

Erstlich ist es grundfalsch, Laß insgemein ein Menscheben so wohl jählmg gesund werden, als jähling sterben kön,ne. Denn wir sehen alle Tage Trauerfälle vor Augen, wel-che uns zeigen , daß es sehr natürlich ist, jähling zu sterben,und die Aerzre und Zsrgliederungkundige erweisen uns dieUr,fachen von dergleichen Todesarten auf eine ganz fühlbare Wei-se. Aber wir sehen gleichfalls alle Tage Krankheiten, wo,von es natürlicher Weise unmöglich ist, jähling und äugen,blicklich zu genesen, welches natürlich nur stufenweise undallmählig geschehen kann.

Der Goktesgelehrte.

Diese wahren Grundsäße, die Ihnen die Vernunft dar,zeiget , und die Sie so gut bemerken, können wir aufdie Wunrderthaten Jesu Christi, und vornehmlich auf gewisse Wunder,rhaten anwenden, die eben derselbe Philosoph auf eine sehrübelständige Weise zu verstellen waget.

Jesus verlieh zweenen Blinden das Gesicht, von deneneiner nicht eher geheilet wurde, als er aus der Stadt gezogenwar, und als der göttliche Wunderchäter zweymal die Händeauf ihn geleget Harte: der andere, nachdem ihm eben derselbeErlöser ein Bißchen Koches, mit Speichel benetzet, aufdieAugen gestrichen, und ihn geheißen halte, sich in der QuelleSiloe zu wüschen. Deßhalben stellet uns Rousseau Jesunrvor, wie er gleichsam durch Handgriffe den ersten Blinden hei,ler, und emeu andern Weg einschlägt, um den zweyten gesundzu machen. * Wozu dienet all dieses für eine Wunder,that? fraget er: Streitet die Natur mit ihrem Schöpfer?

Muß

loz. S,iu