7Z4 Wunderthatm.
Der Gorreogelehrte.
Dreß ist schon genug, mein Herr! Sie haben von denbekannten Gesehen der Natur gesprochen; aber könnte es nichtauch andere unbekannte Gesetze geben, welche ganz entgegen,gesetzte Wirkungen hätten?
Der Philosoph.
Es kann anders Gesetze der Natur geben, die wir nochnicht kennen: aber es kann keine geben, welche Wirkungenhätten, die den Gesetzen, die wir kennen, entgegengesetzt wä,ren. Wenn es Gesetze der Natur gäbe, welche die andernzerstöret!«, könnte man sich wohl bereden, daß diese Gesetzevon einer unendlichen Weisheit gekommen seyn? Würde manhernach sichere Grundsätze haben, um die Ordnung und dieschöne Uebereinstimmung, die im Weltgebäude herrschet, zuerkennen, sich danach zu rechten, und davon zu'urrhülen?Was für eine Rechnung könnte man auf alle astronomischeBeobachtungen, aufdie Grundsätze der Mathematik, aufsoviele Schriften gelehrter Naturkunviger machen, welche sichmit dem besten Erfolge auf die Betrachtung der Narur ver,leget haben?
Der Gottesgelehrte.
Ey, mein Herr! Sie Härten für den Handel, den ichvertheidige, nicht besser reden können. Denn erstens stürzenSie jenen Grundsatz des Philosophen von Genf, — daßman alle Gesetze der Natur kennen müßte, wenn maneine wunderthat beurtheilen wollte, — nicht allein zuBoden, sondern Sie entdecken noch dabey, wie sehr er la-chenswürdig sey. Zweytens beweisen Sre aufdas Beste dieWirklichkeit der Wunderthaten, welche in der göttlichenSchrift enthalten sind, und die dieser Philosoph anzustreitenwaget.
Der