Wiinderthaten. 729
Der Philosoph.
Ich fühle die ganze Stärke Ihrer Gründe. Aber Siemüssen mir noch über ein Paar Worte, die ich im Verfasserdes entlarvten Lhristenthums gelesen habe, eine Erläuterunggeben. * Eine übernatürliche Sache, saget er, fodertstärkere Zeugschaften, damit man sie glauben könne, alseine Sache, die nichts wider die Wahrscheinlichkeit an sichhat. Was sagen Sie auf dieses?
Der Gottesgelehrte.
Dieß ist nichts, als ein Wörterkram ohne Bedeutung.Eine Sache mag natürlich, oder übernatürlich scyn, so kannich sie nicht anders glauben, als, entweder auf die Zeugschaftmeiner Sinne, wann ich selbst gesehen, untersucht, und mirSorgfalt geprüfet habe, oder aufdie Zeugschaften der Zeugen,von welchen ich die Stärke und Gültigkeit untersuche. Wenndie Sache, worauf es ankömmt, eine große Wichtigkeit ent»hält, und Folgen nach sich zieht, die alle meine Achtsamkeitverdienen, so untersuche ich mit größerer Sorgfalt und Ge»nauheit. Aber die Sache mag natürlich, oder übernatürlichseyn, so kann ich nicht auf zwo verschiedene Arten dareingehen, um zu der vollkommensten Prüfung, und folglichzum Glauben zu gelangen.
Zweytes Gespräch.
Von der Wirklichkeit der Wunderthaten.
Der Philosoph.
Nein, mein Herr! ich zweifle keineswegs, daß GottWunder wirken könne. Aber will sie Gott wirken ? Hat ev
stk!
* Entlarvt. Lhristenthum. 68. Seit.
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