726 Wunderlhaten.
Alles, was Gott thun will, und was er durch sie zu thunha-., das thur er. Kein Geschöpf kann ihm widerstehen.Wenn seine Weisheit bey gewissen Umständen jene Gesehehemmen over aufhalten will, damit man seinen Willen, undseine Hoheit erkennen und anbethen wöge, so thut er es mitgleicher Macht und mit gleicher Herrlichkeit. Und was sin,den Sie dabey, das für Gott unwürdig wäre ?
Der Philosoph von Genf * denket weit anders, als Sie.Rann Gott Wunder wirken ? fraget er: das ist; kann erden Gesetzen Abbruch thun, die er gestiftet hat ? wollteman drcse Frage im Ernste behandeln, so wäre sie gottlos,wenn sie nicht ungereimt wäre. Einem, der sie mitNein beantwortete, geschähe noch allzu viel Ehre, wennman ihn strafete; es wäre genug, daß man ihn ein-spcrrete.
Der Philosoph.
Aber der philosophische Rriegsmann denket keines-wegs , wie der Philosoph von Genf: ** Die Wahrheit unddie Augenscheinlichkeit, saget er, bedörfen keiner Wunder-tharen, damit man sie annehme. Ist es nicht recht wun,-erlich > daß es der Gottheit leichter fallen soll, die <vrd,nur g der Natur zu verkehren, als die Menschen deutlicheWahrheiten zu lehren, welche sie zu überzeugen vermöch-ten ? Die Wunderthaten hat man nur erfunden, um denMenschen Dinge zu beweisen, die unmöglich zu glaubensind: also dienen unglaubliche Dinge andern unglaubli-chen Dingen zum Beweise.
Der
* Nttese von dem Berge yg. Seit-Philos Rrregsm. 7z. Seit.