7L4 Wunderthttten.
Dieß ist nur ein« ungereimte Worcverkehmng, wovon Jh,Philosoph keine Erklärung geben könnte, die nur ein Biß,chen vernünftig wäre. Wo ist dann der Widerspruch, woist die Unmöglichkeit der Wunderchaten? ^
Der Philosoph.
Aber ich habe Ihnen gesager, und Sie müssen e« selbstgestehen, mein Herr! es sey unmöglich, daß ein unendlichweises Wesen Gesetze gemacht habe, die es nachmals verän,dem und selbst verletzen wollte.
Der Gottesgelehrte.
Er har sie nicht gemacht, um sie zu verletzen. Er hatsie gemacht, damit sie der immerwährende Grund der schö,neu Ordnung und Übereinstimmung im Weltgebäude seynmöchten.
Der Philosoph.
Gott kann nichts ohne Ursache thun. Allein, welche Ur-sache könnte ihn bewegen, sein eigenes Werk für eine Weilezu verunstalten? — Es geschieht zum Besten der Menschen,werden Sie mir sagen. — Aber ist es eben nicht die unge,reimleste Thorheit, sich einzubilden, daß das unendliche We,sen, zum Besten dreyer oder vier hundert Ameisen aufdiesemkleinen Hausen Koches, das ewige Kunstspiel jener unermesse,nen Triebräder, welche das ganze Weltall in die Bewegungsetzen, verkehren werde.
Der Gottesgelehrte.
Wenn die Stimme Jesu Christi Lazarus aus demGra»be ruft, oder einem Blindgebohrnen die Augen eröffnet, sosehe ich dabey eben so wenig Verkehrung in der Ordnung desWellgebäudes, als wenn ein Wundarzt eine gefährliche
Wunde,