Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
689
Einzelbild herunterladen
 

»!>

Ursprung de§ Böse». «8-,

zwar, daß wir alles gesagt haben, was den Verstand über,zeugen,' und die Vernunft befriedigen kann: aber wir wa,gen es nicht, uns zu schmäucheln, daß wir das Herz voll»kommen berichtiget, oder alle Widersetzung der Leidenschaftenersticket haben. Es geschieht nur allzu oft, daß auch als,dann, da die Vernunft zum besten befriediget ist, das Herzsich nicht entbrechen kann, zu seufzen, und immer noch em,porzusträuben:

* ^liuägue cupiäo,Nens uliull lusllbt: viäeo weliors, probogue;Oeteriors seguor.

^ Die Schwachheit ist allzu groß, der Reiz des Vergnü,^ genö allzu verführerisch, die Folgen der Sünde allzu erschreck«> lich, daß der Mensch, und vorzüglich der Freydenker, nichtimmer in Unruhe und in Aufruhr schweben sollte. An,statt sich zu bessern, welches das einzige beste Mittel wäre,bemühet er sich nur, nach allen seinen Kräften wider diegöttliche Weisheit zu rechten. Aber seine eigene Vernunft^ rechter noch weit stärker wider ihn.

i«!"

«Bl

Sie beweist ihm, seine Vernunft, r. daß nichts un,gereimter sey, als die Hypothese von den zweyen Grundwersen, um den Ursprung des Bösen zu erklären: 2. daß dassittliche Gute, das ist, die Tugend , in der Welt der wür,digste Gegenstand der göttlichen Weisheit sey: z. daß diesessittliche Gute nothwendig die Freyheit voraussetze: 4. daßdiese Freyheit in Geschöpfen wohne, die nach ihrer Wesen,heit gebrechlich sind: daß diese Gebrechlichkeit die gött-

lichen Vollkommenheiten keineswegs verletze: 6. daß derSchö,pfer seinem Geschöpfe die kräftigsten Mittel an die Hand bie,

che.

' Ovids verwandt. 7.8°

II. Band. X 5