664 Ursprung des Bösen,
höchste Güte alles erlaubte, alles duldete, zu allem imenr.pfindlich wäre; daß der Mensch ungestraft lasterhaft, ausge-lassen, allen seinen Leidenschaften dienstbar seyn könnt«: und
sie merken nicht, daß eine solche Güte, welche die verächtlichsteGemüthsart an einem Menschen wäre, mit noch weit stär,kenn Grunde für Gott viel unanständiger, und durchausunfähig seyn würde, in einem unendlich gerechten und unend-lich heiligen Wesen Statt zu finden.
Ml!
B
ß«
Aus allem, was wir da gesagt haben, folget augenschein, ^
lich, wenn man die Sünde entweder in Absicht auf Gort, . -
oder in Absicht auf den Menschen betrachtet, daß Gott nichtnvthwendig verpflichtet war, sie zu verhindern, und daß er -sie hat gestalten können, ohne daß seine Heiligkeit, seine Ge, 'rechtigkeit, seine Weisheit, seine Güte dadurch verletzet Mir, §den. Wir wollen alle diese Grundsätze noch besser entwl- t»
ckeln, wo wir auf die Einwürfe antworten werden, welche «den Gegenstand des letzten Artikels ausmachen. tz
Vierter Artikel.
Philosophische Erklärung vom Ursprünge-es Bösen.
Hsus dem, was wir bisher gesaget haben, hat man schon^ einsehen können, was der Ursprung des Bösen sey.Aber damit man ihn noch besser erkennen, und sicherer beur-theilen möge, wollen wir aufmerksam erforschen, wie die Na-tur des Menschen beschaffen sey. Diese Erforschung wirduns zur sichersten Entdeckung des Gegenstands, den wir su-chen, hinanleiten.
D
L
l>!
h
K
R
Der Mensch besteht aus zwoen Substanzen; aus dem ii?Geiste und der Materie, aus einer verständigen Seele, und