Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
663
Einzelbild herunterladen
 

»!il

Ms,

ch

M

l,«! '

Ursprung des Bösen. 6»z

entdecket uns besser die unendliche Heiligkeit Gottes, als dieWeise, wonach er gefedert hat, daß für die Sünde genuggethan wurde? oder seine Gerechtigkeit, als die Strengheit,womit sie gezüchtiget wird ? oder seine Herrlichkeit und seineFreigebigkeit, als die Belohnungen, womit er jene krönet,die über die Neigung zur Sünde gesieget haben? Wennman also die Sünde in Absicht der göttlichen Vollkommen,heiren betrachtet, ist Gort nicht verpflichtet gewesen, sie zuverhindern.

Der zweyte Punkt der Antwort geht das Schicksal desMenschen an, und folglich läßt man sich in diesem härterbefriedigen. Gleichwohl muß man gestehen, sofern mandie Sünde in Absicht auf den Menschen betrachtet, an demsie gesirafet wird, daß Gott nicht verpflichtet war, sie zuverhindern, wenn sich der Mensch mit Billigkeit über dieStrafe nicht beklagen kann. Nun ist es augenscheinlich,daß er sich mit Billigkeit über die Strafe nicht beklagenkann, weil er unerachtet der Drohungen, die ihm gemachtworden waren, und unerachtet der Hülfsmiktel, die er hatte,um das Gute zu wirken und das Böse zu vermeiden, den,noch frey gesündigel hat.

Man gebe auf die folgende Wahrheit Achtung. Nurdie lasterhaften Menschen rechten wider Gott für die Dul,düng und die Straflosigkeit des Lasters. Diese Leute be»kümmern sich eben so wenig um die Belohnungen der Tu-gend , als um die Tugend selbsten. Aber sie verabscheuenjeden Lehrsatz, welcher Strafen kund machet, die für die La-sterhaften bereitet sind« Sie streiten vergeblich über die UmMöglichkeit, die höchste Güte Gottes mit den schärfstenStrafen zusammenzureimen. Sie wünscheten, daß diese

rr 4 höchste