66o Ursprung des Bösen,
dienste mehr Statt. Es könnte unter den Menschen von» 4 I>sittlichen Guten keine Rede mehr seyn. Man muß dann ^gestehen, daß Gott freye verständige Wesen habe erschaffen ^ B
können. 5»
Dritte Frage. Hat Gott den verständigen Wesen, ^
die er erschaffen hat, Gesetze aufiegen können? '
D
Zlntwort. Als Schöpfer ist Gott der unbeschränkt» WHerr seiner Geschöpft, und der Ursprung aller Güter, derersie genießen. Sein höchstes Ansehen foderte von dem Ge« Mschöpft einen Dienst der Abhängigkeit und der Dankbarkeit:das wird Niemand zu verneinen wagen. Seine unendliche , ^Güte verlangte, daß dieser Dienst weder hart, noch beschwer« ^lich seyn sollte. Seine Weisheit mußte Beweggründe andie Hand geben, welche fähig seyn möchten, das Geschöpfs ^
bewegen und anzutreiben. Also verhielt sich Gott im Gebo« ^
the, daß er dem ersten Menschen gab. Er versetzte ihn an ^ ^
den angenehmsten Ort auf der Erde; er versah ihn mit allem, ^
was er verlangen und bedürfen konnte; er gab ihm die um ^
beschränkte Herrschaft über alle Wesen, womit er umgeben ^
war; er erlaubte ihm den Genuß aller jener köstlichen Früch« ^
te, welche dieser Lustgarten ihm anboth, auch sogar derselbi« ^
gen Frucht, welche die Unsterblichkeit ertheilte. Ein einziger ^
Baum war darunter, welchen er ihm zu berühren verboth, ^
um seinen Gehorsam zu prüfen, und seine höchste Oberg« ^
walk erkennen zu lassen. Verletzet dieß Gesetz, dieß Verbothden Begriff, den wir von der höchsten Obergewalt Gottes <
- von seiner Weisheit, oder seiner Güte haben sollen? ^
Vierte Frage. Hätte Gott die Geschöpfe unfähigzu sündigen machen sollen? . ^
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