Ursprung des Bösen. 657
„ chäer zu vertheidigen. Ist er nicht ein recht demüthiger,
„ bescheidener, dem Ansehen Gottes unterworfener Christ,
„ der sich wohl erinnert Hat, daß man die Manichäer nur„ durch die Schrift widerlegen müsse? Worauf steuret„ sich im Uebrigen sein Grundsatz? Auf die Vernunft?
„ oder auf die Schrift sechsten ? Nein; auf keine von beyr„ den: und der Philosoph von Rotterdam hatte allzu viel„ Einsicht und Scharfsinn, daß er es nicht hätte merken„ sollen, wenn er seinen Nutzen, oder seine Ehre dabey ge,
„ fanden hätte, dieses zu merken. Wenn in der Religion„ so unergründliche oder so erhabene Dinge seyn können,
„ daß sie die schwache Fähigkeit des menschlichen Verstau,„ des nicht erreichen kann; folget es daraus, daß die Vcr,„ nunst von jenen nicht zu urtheilen vermöge,die sie natürlicher„ Weise begreift, oder welche die Offenbarung ihr begreiflich„ gemacht hat? In dieser Absicht wäre der allgemeine„ Grundsatz einer einfältigen Unterwerfung eben so falsch,„ und nicht minder lächerlich, als jener, den man im Phy,„ fischen annehmen wollte, daß unsre Astgen von dem, was„ sie sehen, nicht urtheilen können, weil es Gegenstände ge,„ ben kann, welche ihre Entfernung unserm Gesichte ent,,, zieht,,»
Dieß ist erklecklich, um von der Verteidigung, dieBayle vom Manichäismus gegeben hat, ein Urkhcil zu fäl,len. Es ärgerten sich insgemein alle christliche Gemeinen,Katholiken und Protestanten, darüber; alle stunden widerihn auf. Er versuchte es, sich durch seine Erklärungen zurechtfertigen, die man am Ende seines Lexikons findet. Erverwirrt dort die Materie mehr als jemals; er streuet dorrnoch perführischere Grundsätze aus; er beantwortet nichts vonü. Band. T t dem.