Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
651
Einzelbild herunterladen
 

1

!

iȆ!

>°z

«ft

«i>I

B

«-n

Ursprung des Bösen. 6s i

das Daseyn feiner Rräste von einer andern Ursache em-pfängt, daß es durch ein Vermögen, das ihm eigen wäre,

in sich selbst Modalitäten erzeuge.-weil dann das

Geschöpf den Ursprung der Bewegung nicht aus sich selb,sten hat, so muß es nothwendig von Gotte bewegt wer-den. Gott thuk dann etwas mehr, als daß er ihm nurgestattet zu sündigen.

Kann man etwas Ungereimtere, etwas Anstößigere aufdie Bahne bringen ? Will dieses nicht ganz deutlich sagen,daß der Mensch in der Hand Gottes nichts als eine elende, bewegliche Maschine sey, und wenn es wahrhaftig eine Sünde" im Menschen gäbe, daß Gott selbst davon der Urheber wäre ?Will es nicht sagen, wie Herr Clarke * weislich anmerker, daß Gott im ganzen Vermögen seiner Macht kein Geschöpf,, gestalten könnte, welches frey und fähig wäre, sich zu be, wegen, und aus sich selbst zu wirken? Nach dieser Rech, nung, ist Gott die unmittelbare Ursache von allem, was in -er Welt geschieht, und ist es eben sowohl in Absicht auf die geistigen Substanzen, als in Absicht auf die Materie. Folglich sind die Menschen lediglich zur Tugend und zum Laster unfähig, und dörfen für ihre Handlungen weder be, lohnet noch gestrafet werden, weil sie allezeit nur leidende Wesen sind. Wir wollen hier nicht anfangen ein so eben, reurliches System ordentlich zu bestreiten. Es verhält sich mit der Freyheit bey den verständigen Wesen, wie mit der Bewegung in den Körpern. Wenn sie nicht die Er«,, fahrung, auch einem jeden, genügsam und überzeugend,, beweist, so kann es kein Vernunftschluß auswirken.

z. Um

* vertherdrg. derNelrg. 5. Band.