648 Ursprung des Böse»,
der Manichäer nicht als eine Ungereimtheit zu erkennen, wel,che uns die Materie nur als eine gebohrene Feindinn der Weis-heit und Tugend vorstellen?
Vierte Ungereimtheit. Wenn ich die empfindsamenWesen, die auf Erden sind, untersuche; so sehe ich, daß vomInsekte bis zum Elephamen alles mit Absicht gemachet ist,und mir eine unendliche Weisheit andeutet; daß alles feinenNutzen hat, und von der sorgsamsten Güte zeuget; daß miralles die unerschöpfliche Fruchtbarkeit der göttlichen Allmachtzu erkennen giebt, und mich mit BewlMderung erfüllet.Wenn zuweilen diese empfindsamen Wesen die Gelegenheit zueinem physischen Uebel sind, so biethen dem Menschen die Ver,nunst und der Verstand, die ihm gegeben sind, Mittel ge-nug andre Hand, um es zu vermeiden, oder wieder gut zumachen: und außerdem, was sind diese physischen Uebel imVergleiche mit den Vortheilen, die man daraus zieht, mitden Diensten, die sie leisten, oder mit den Tugenden, wozusie Gelegenheit geben?
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Fünfte Ungereimtheit. Wenn der Mensch das Werk ^zweyer entgegengesetzter und feindlicher Grundwesen ist, so ister nicht lobwürbiger, da er Gutes thut, oder sträflicher, da Wer Böses thur, als sin Stein lobwürdig oder sträflich ist, daer, seiner eignen Schwere überlassen, hinabfällt, und gegen den ^
Mittelpunkt der Erde strebet. Denn, was in ihm vom bösen ^
Gmndwesen ist, muß nothwendig Böses wirken; und was ^
in ihm vom guten Grundwesen ist, muß nothwendig Gutes hitz
wirken. Er muß dann unter diesen zwoen Mächten nothwen,dig leidend ftyn. Gleichwohl ist der Mensch der Reue um ^
terworfen. Er fühlet, daß er Böses lhltt, weil er es thun ^
Will, und weil er seine Kräfte ftey misbrauchet. Wenn die ^
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