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Ursprung des Bösen. 647
sten da, und ist schon in diesem Stücke Gotte gleich. Aber,wie kömmts, daß es zwar diese höchste Vollkommenheit hat,und dabey nichts als unselige und fluchwürdige Eigenschaftenbesitzt? Wie kömmtö, daß es zwar nothwendig und aus sichsechsten da ist, wie Gott, aber dabey eine Natur hat, welcheder Natur Gottes gänzlich entgegengesetzt ist ?
Zrveyte Ungereimtheit. Wie ist es möglich, daß dieseWelt, wo wir die vortrefflichste Ordnung und die wundersam-ste Übereinstimmung herrschen sehen; wo alles so gut zusam-menhangt ; wo von allen Seiten die Kennzeichen einer unend-lichen Weisheit Hervorscheinen: wie ist es möglich, daß dieseWelt nur die Wirkung des Streits und des Gegensatzes zwey,er feindlichen Grundwesen seyn sollte, von denen niemals ei,n s mir dem andern sich vergleichen kann,von denen nur immereines zu verderben suchet, was das andere machet, und diegleich mächtig sind, eines, um die Ordnung allenthalben ein,zusühren, und das andere, um allenthalben Verwirrung zustiften? Wie ist es möglich, daß jene Ordnung, jene Ueber»einstimmung, alle jene glänzenden Züge der Weisheit nichtsanders wären, als der Erfolg von den Kämpfen und demGegensätze zwcyer Grundwescn?
Dritte Ungereimtheit. Mit welchem Grunde getrauetman sich zu sagen, daß die Materie aus ihrer Natur böse sey?daß eine Substanz, die ausgedehnet und von Theilen zusam-mengesetzet ist, ein Grundwesen des Bösen sey? Da man dieunendlichen Dienste und Annehmlichkeiten sieht, welche dieMaterie verschaffet,und die derMensch zwar manchesmal mis,brauchen kann, wovon er aber auch einen unschuldigen Ge,brauch machen, und sie durch die Dankbarkeit gegen denSchöpfer heiligen kann: giebt uns die Vernunft die Meynung
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