6z6 Vorurteile,
ren sollte». Sic begreifen cs so gut, als ich, wenn manslch einer thörichrrn Eitelkeit Preis giebt, wenn man sich überalle Menschen Hinausschwingen will, wenn man neue Wegeentdecken will, und zu diesem Ende von den Grundsätzenabweichk, welche allgemein angenommen, und auf das Reifsteuntersuchet worden sind; sie begreifen, sage ich, daß manalsdann, gleichsam notwendiger Weise, in eine größere Mm»ge Irrthümer und Vorurrheile verfällt, als der Pöbel selb,sien: und an dieser Klippe stoßen sich allezeit alle Ungläubige,und alle Feinde der Religion.
Der Philosoph.
Ich gestehe eS^: weil ich wenig gewöhnet war zu über»legen, und weil ich mich durch große Worte, durch witzigeEinfälle, durch die betricgliche Sprache der neuartigen Leh,rer leicht hiurergehen ließ, bin ich in jene Schwärmerei)gerathm, die heut zu Tage so gemein ist. Ich sprach ausdem gleichen Tone, wie andere, ohne daß ich überzeuget war.Gleichwohl gefiel ich mir sechsten wohl, und was mirschmäuchelte, war nichts, als Eitelkeit, Irrthum, undVvrurrheil. Die Gesellschaften sind heut zu Tage von Leu,ten angefüllet, welche denken, wie ich gedacht habe, undwelche so blind sind, als ich gewesen. Aber Sie habenmir die Augen eröffnet.
Der Christ.
Fürwahr, es habey alle jene sogenannten Lehrer bey Wenlem nicht so viele Einsicht, Scharfsinn, und Kenntnisse,als sie sich so listig und so beständig zu haben rühmen. Manhat ihnen durch eine Menge vortrefflicher Werke schon erwie,fen, daß ihre Schlußakt gemeiniglich verkehret, ihre Kennt,
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