Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
635
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VormLhcile. 6z s

Der Philosoph.

O mein Herr! wie richtig ist Ihre Schilderung! Mirbäucht, da ich Sie höre, daß ich jene jungen Zöglinge derneuartigen Philosophie, mit ihrer stolzen Mine und ihrem ent,scheidenden Tone, vor mir sehe, welche dreist von allen Din-ge!, reden und urcherlen, wenn sie gleich mchlö wissen., alswas sie in etlichen Scharteken nach der Mode lasen, undwenn sie gleich niemals etwas überdacht, oder untersuchethaben. Es daucht mir, ich wäre noch in jenen Versamm,lungen, wobey ich mich öfter befand, und wo man nur mitEntzückung von uustrm aufgeklärten Zeitalter spricht, ohneLaß man die geringsten Kenntnisse hätte, welche erfoder; wür,den, damit mau urcherlen und vergleichen könnte; wo manmit Verachtung über alle vorhergehenden Zeitalter hinweg,sieht, die mau für eitel Zeiten der Unwissenheit und derLeichtgläubigkeit hält, ohne daß man sich zu Sinne kommenließe, mit was für einem Namen die Nachkommenschaftdas Zeitalter, worinnen wir leben, beehren werde; wo manuns unaufhörlich zu den alten Indianern, Persern, undLhinesern verweist, dis man nur nach dem Namen kennt,um von ihnen die Lehren der wahren Weisheit , der gutenSitten, und der Religion herznholen, als wenn man dortenetwas antressen könnte, das mit dem hellglänzenden Lichte,welches uns das Christenrhum angezünder hat, zu verglei,chen wäre.

Der Christ.

Es scheint, Sie waren erstaunet über das, was ichIhnen sagte; und ich bin es noch weit mehr über das, wasSie mir selbsten sagen. Ich hätte nicht erwartet, daß Siedir Schilderung, die ich nur entworfen hatte, so gut ausfüh,