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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
634
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6;4 Vorurcheile.

zähmte Leidenschaften verlangen, Lurch ein sogenanntes na»

tätliches Recht unterstützen.

Der Christ.

Es ist nicht vonnöthen, daß ich Ihnen meinen Gedan,ken weitläufiger erkläre; es scheint, daß Sie selbsten alleFolgen jener schönen Grundsätze ziemlich gut cinsehen. Siebegreifen schon , daß man alsdann keine andre Gesetze mehrerkennt, als jene, welche die Leidenschaften annehmen wollen.Man läßt von der Religion nur so viel gelten, als wederdem Stolze des Verstandes zu nahe treten, noch den Neigun«gen des Herzens im Wege stehen kann; das ist: man behältnur den Namen davon. Man läßt keine andere Vorschriftfür die Sitten zu, als jene, welche die Wohllust nicht verwch,kek. Das Lob der gesellschaftlichen Tugenden wird zwar nochauf den Lippen schiveben; aber der Privatnutz, die Eigenlie-be, und eine lächerliche Eitelkeit werden im Herzen allezeitherrschen. Unterdessen wird man nur von dem Glücke spttichen, in diesem schönen aufgeklärten Zeitalter gebohren zu seyn;man wird sich Glücke wünschen, daß endlich die Vernunftihre Rechte erlanget, und die Finsternisse der verächtlichenVorurthelle zerstreuet hat; und eben zur Zeit, da man in dieunvernünftigen Vorurrheile, und in die schimpflichsten Irr,thümer verfällt, wird man sich eigenmächtig unter die Rei,he der Wersen versetzen.

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Der Philosoph. v

Ich kann mich vom Erstaunen nicht erholen/ worein Siemich bringen. ...

Der Christ.

Und woher kömmt dann dieses Erstaunen? was ist des H

Gegenstand davon? ^ ^

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