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2 (1777) M - Z
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626
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6r6 Vorurtheile.

von den Leidenschaften beherr schen lassen. Möchten Sie wohldie Ehrfvrchl, welche die Christen gegen diese geheiligtenBücher tragen, ein Vorurtheil Heißen?

Sie glauben auch an die Wunderkhaten, die in ebendiesen Büchern erzählet werden; sie glauben an die Wunder,werke der Apostel und mehrerer Wunderthäter, welche dieReligion gezählet hat; sie glauben an die Weissagungen,die in dm göttlichen Büchern enthalten sind; sie glauben,daß Jesus Christus Besessene von dem Teufel erlediget, unddaß er vielen aus seinen Jüngern die gleiche Macht gegebenhat,Teufel auezu treiben. Die Philosophen untersuchen nichts;aber sie spotten der Leichtgläubigkeit der Christen in den mei,sten von diesen Gegenständen: die Christen, welche sich aufaugenscheinlich rrwieseneBegebenheiten gründen,sehen dieVer«nunftichlüsse der Philosophen für erbärmlich an. Auf wel,cher Seile ist das Vorurtheil?

Die Christen haben eine Liturgie, oder gottesdienstlicheSatzungen; sie Haben gottselige Feyern, Gebeche, Ver,sammlungen, Gebräuche. Es ist leicht für Ungläubige undFreydenker, all dieses für Vorurtheile anzugeben: aber kön-nen sie widerlegen, was unterrichtete und aufgeklärte CH«,sten sagen, um das Ansehen, die Norhwendigkeit, den Nu-tzen, und die Früchte von dergleichen Stiftungen zu erweisen?

Endlich behaupten die Christen, daß die Kirche, ihr Ober,Haupt, ihre ersten Hirten, in allem, was das Gewissen unddie Religion betrifft, eine wahre Gewalt haben: und sie be-haupten es, weil Jesus Christus erkläret hat, daß jener, derdie Kirche nicht höret, für einen Heyden oder Publikamn ge-halten werden sollte; weil er zum Fürsten der Apostel, als erihn zu fernem Statthalter auf Erden bestellte, gesag t hat,

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