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Vormtheile.
Der Christ.
Sie gestehen also, daß in diesen Begriffen/welche dieChristen von Gotte haben, kein Vorurtheil sey? Nun ver-nehmen Sie die Schlüsse, die sie in der Glaubenslehre dar-aus ziehen.
Weil Gott das höchste Wesen und die erste Grundursachevon allen Dingen ist, so sind ihm die Menschen Anbethung,Gehorsam, Dankbarkeit, und Liebe schuldig; und diese Pflich,ten erfüllen sie durch den Gottesdienst in der Religion.
Weil Gott unendlich beleuchtet ist, so muß man glau-ben, daß er alles sieht, alles erkennt, auch die geheimstenGedanken, Begierden, Empfindungen, die im Herzen desMenschen sind, und daß er entdecket, ob sie gut oder schlechtgeordnet seyn.
Weil er unendlich heilig ist, so urtheilen wir, daß erin uns liebet, was den Absichten seiner Heiligkeit entspricht,und daß er verwirft, was diesen Absichten widerstrebet.
Weil er unendlich gerecht ist, so muß man schließen,daß keine Tugend unbelohnet, und kein Laster unbestraft blei-ben werde.
Weil seine Gerechtigkeit nicht allezeit in diesem Leben ih-re Macht auf eine fühlbare Weise ausübet, so muß manes für einen ungezweifelten Glaubenssatz ansehen, daß einzukünftiges Leben kommen werde, wo dieselbe Gerechtigkeitihre Macht ausüben, und einem jeden zutheilen werde, warer verdienet hat. ^
Finden Sie diese Schlüffe richtig, mein Herr ? fließensie nicht nothwendig aus den Glaubenssätzen, welche dieChristen annehmen?