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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
622
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622 Vorurtheile.

leichter, als die Philosophen zu überweisen , daß sie indiesem Stücke selbst in die schändlichsten Vorurtheile geca«then. Wir wollen zum Anfänge die Christen rechtfertigen,und zeigen. Laß sie in allen Dingen , die sie als Glaubens,sähe der Religion annehmen, allezeit auf die überzeugendstenBewegurftrchen, oder auf Beweise gegründet sind, welchenman unmöglich etwas entgegensetzen kann, und daß sie folg-lich weit entfernet sind, aus Vorurtheile zu glauben. Dererste Glaubenssatz, welchen die Christen annehmen, ist derLehrsatz von dem Daseyn eines Gottes ; das ist : eineshöchsten Wesens, und einer ersten Grundursache von al-lem, was da ist.

Der Philosoph. /

O! dieß ist eine Wahrheit, die man nicht verneinenkönnte, ohne sich zu entehren.

Der Christ.

Erlauben Sie, mein Herr! daß ich diesen Hauptbegriff,diesen ersten Glaubenssatz ein Bißchen erklären möge.

Das höchste Wesen ist nothwendig, undaus sich selb»sten da, und es hat seyn Daseyn nur von sich sechsten em-pfangen. Dieses ist sonnenklar: denn außerdem wäre esdas Höchste Wesen nicht mehr; es wäre nicht über alles er-haben.

Weil es über alles erhaben, und die erste Grundursa-che von allem ist, muß es alle Vollkommenheiten besitzen,die sich für die Vortrefflichkeit seines Wesens schicken, undes muß sie in dem vollkommensten Grade besitzen; denn daes die erste Grundursache von allem ist, so ist nichts, undman begreift nichts, was seine Vollkommenheiten hätte be<

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