Vorurtheile./ 621
' Der Christ.
^ Leute, welche die Religion niemals gelernet haben, oder' welche sie nur aus Büchern kennen, die dawider streiken;Leute, welche sie auf das Aeußerste scheuen , weil sie diefürchterlichste Feindinn der Leidenschaften ist; Leute von die,litz ser Art können wohl von allem Vorurtheile nicht frey seyn.
^ Der Philosoph.
^ Wollen Sie von den Philosophen sprechen?
^ Der Christ.
Ja, mein Herr! und ich halte die Philosophen und die> Ungläubigen für Leute, welche den gefährlichsten und zugleich
^ den schimpflichsten Vorurthsilen ergeben sind.
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^ Der Philosoph.
Wie! Sie getrauen Sich Männer, die nur allezeitnach dem Lichte der Vernunft wandeln, und die durch ihreEinsichten, ihre Kenntnisse, ihre Entdeckungen alle Tage^ dem menschlichen Geschlechts die wesentlichsten Dienste lei.
^ sten; diese Männer getrauen Sie Sich für Leute voll Vor,§ urtheilen anzugeben?
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Der Christ.
Wir mögen jene prächtigen Lobsprüche, und alle jeneschöne Pralerey von philosophischen Talenten und Beleuch,tungen bsy Seite sehen: man findet dieses in allen Schar«teken nach der Mode beständig wiederholet; und es kömmtsehr vorurrheilig heraus. So viel im Vorbeygehen! Aberwir wollen zur Sache kommen.
Mein Herr! Eö ist nichts leichter, als alle Vorwürfevon Vorurtheile« in Religionssachen, welche Die Philosophenden Christen machen, zu Boden zu legen; und nichts ist
lkich.-