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Vorurtheile.
Zweyter Artikel.
Gespräche von den Vorurtheilen in Religionssachen.
Erstes Gespräch.
Der Philosoph.
<?>ie Christen haben Unrecht, wenn sie die Philosophen 'für Leute halten, die der Religion Feinde sind. Wirhalten sie aufrichtig in Ehren ; wir verdammen nur, warihre Remiqkeit verderbet; wir verwerfen und verachten nur,was ein eitel blindes Vorurtheil zum Grunde hat.
Der Christ. .
Die Philosophen haben Unrecht, wenn sie die Christenfür Leute halten, welche Sklaven der Vorurtheile sind, unddie Reinigkeit der Religion verderben, da sie ohn Unterschiedschlecht gegründete Meynungen annehmen.
Der Philosoph.
Wie viele Dinge giebt es nicht , welche sie nur ausVorurtheilen der Geburt und der Erziehung, und auf dasWort von Leuten annehmen, die nichts untersuchet hatten,und weder zu denken, noch zu überlegen wußten?
Der Christ.
Und wie viele Dinge giebt es nicht, welche Sie nur ausVorurtheilen, die noch weit leichtsinniger sind, und auf darWort von Leuten verwerfen, die nichts so sehr scheueten, alswenn sie untersuchen und überlegen müßten?
Der Philosoph.
Die Christen glauben, weil man ihnen saget, sie müssenglauben; sie glauben ohne Untersuchung; es ist ihnen nichteinmal erlaubet, zu untersuchen. Sie glauben also nuraus Vorurtheilen.
Der