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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
612
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«rr Vernunft. ^

vom Himmel gekommen sind. Die Vernunft kann nichtsweiter fodern: und die Vernunft ist dann zufrieden, wennman ihr giebt, was sie fodert.

Nun eben in diesem Stücke nehmen sich die christlichenLehrer wahrhaftig aus. Sie zeigen uns mit der äußerstenAugenschcinlichkeit, daß jene Aussprüche in Büchern enthal-ten sind, die unstreitig von Gotte kommen; daß sie mit demBlute etlicher Millionen Märtyrer besiegelt, daß sie durchso rührende Wunder bewiesen worden sind, daß die Feindedes Christenthumeö selbst sie gestehen mußten. Sie zeigenuns, daß der Glauben dieser Aussprüche allein die Aus«schweifungen und den Gräuel des Götzendienste vernichtet;daß er der Welt das Schauwunder der heldenmürhigsten underhabensten Tugenden vor Augen gestcllet; daß er eine An,ständigkeit in den Sitten hervorgebrachr hat, die ganz unbe,kaum war, ehe die Welt christlich wurde; daß endlich dieOffenbarung dieser Aussprüche die wichtigsten, höchsten, rei, "zendsten Begriffs von der Gottheit, und die wahre Erkennt»niß von der Hoheit des Menschen, von seiner Bestimmung,seinm Pflichten, seinen größesten Angelegenheiten, und vondem, was in der Ewigkeit für die Tugend und das Laster be«reitet ist, dem Menschen beygebracht hat.

Was mag eine redliche Seele fühlen, die ihrer Vernunftaufmerksam Gehör giebt,und den Werth der Wahrheit kennet,wann man ihr die hellleuchtende Erklärung dieser rührendenErweisungen verträgt? Wird sie dann Anstand nehmen,wird sie eine Beschwerniß finden, die Aussprüche der Gott«heit zu erkennen und anzubethen?

Die praktischen Wahrheiten, welche unserm Wandel undunsrer Lebensart zur Richtschnur dienen sollen, sind in den

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