6s§ Vernunft,
undunerachtet alles Widerstands der Abgötterey, der Lei-denschaften, und der Mächte der Welt, die Hälfte des rö-mischen Reiches, und eine Menge anderer Völker das Chri,stenthum schon angenommen hauen.
Was die Apostel die Welt gelehret haben, machst nochhem zu Tage die Lehre der Kirche aus: die Wahrheiten,die sie vortrugen, sind die nämlichen, welche man heut znTage verträgt, und welche man bis ans Ende der Welt inder Religion vorkragen wird. Nun aber, in dieser ganzenLehre ist alles der Vernunft vollkommen gleichförmig: undman vernehme, wie dieser Sah bewiesen werde.
H"
Beweis des Satzes.
Wenn man Lehrsätze, Gesetze, Pflichten verträgt, mußman sie norhwcndrg auf eine so klnge Weise vortragen, daßalle jene, die daran Theil haben, eine zulängliche Kenntnißdavon erlangen, und zugleich alle diejenigen zufrieden gestelltwerden mögen, welche im Stande sind , und das Rechthaben, zu untersuchen und zu urrheilen. Dieß ist alles, wasdie Religion foderr, und was der Vernunft zum bestengleichförmig ist.
Nun, durch die Weise, womit man die Wahrheiten derReligion ansleget, vorträgt, und beweist, erlangen alle jene,die daran Theil haben, eine zulängliche Keunrniß davon,und werden zugleich alle diejenigen zufrieden gestellt, welcheim Stande sind, und das Recht haben, zu untersuchen undzu urrheilen.
Folglich ist der Vernunft nichts gleichförmiger, als dieWeise, womit inan die Wahrheiten der Religion vertragt,ansleget/ und beweist.
ES
W
W
HT
»>«i
HZ!