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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
602
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622 Vernunft.

Es liegt in diesem Spruche ein vortrefflicher Wlß, undrin sehr kluger und feiner Tadel von vielen Schlußmachem.Sollte man die Anwendung davon auf unsre gelehrten Phi-losophen selber machen können? Dieß wollen wir am Endedieses Artikels den Leser entscheiden lassen, und zum Beweisedes Saßes schreiten.

In der Untersuchung und Erforschung derWahrheit mußman das, was uns zum Jrrthume nicht verleiten kann, vondem, was uns zum Jrrthume verleiten könnte, wohl unter,scheiden.

Nun, dis Vernunft kann uns nicht zum Jerthume ver,leiten; und der Vernunftfchluß, wie man eg alle Tage sieht,verleitet uns oft zum Jrrthume.

Folglich muß man in der Erforschung und Untersuchungder Wahrheit die Vernunft vom Vermmftschlusse wohl umterscheiden.

Der Mittersaß dieser Schlußrede ist der einzige, der et,was Erklärung erfodert; und es ist sehr leicht, eine ganzdeutliche und überzeugende davon zu geben.

Es ist erstlich sonnenklar, daß die reine und redliche Ver,nunft, wie wir sie in den vorhergehenden Säßen vorgsstellethaben, uns nicht zum Jrrthume verleiten kann, weil sie dasLicht ist , welches uns Gott sechsten zieht, um uns zur Er,kenntniß der Wahrheit zu führen.

Und dieses Licht erleuchtet uns nicht allein in den Wahr,Heiten, die im Vermögen der Vernunft bestehen, sondern esleite; uns auch in der Untersuchung der Wahrheiten, welcheden Glauben betreffen. Denn wir unterfangen uns nicht,und sollen uns nicht unterfangen, die Wahrheiten des Glau,bens in sich selbst zu erkennen und zu begreifen, wie wir die

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