6 oo Vernunft.
Widerstand: dann erfährt man, was uns Ovid * in jenerSchilderung so gut verstellet, wo er eine Seele malet, dievon Le'venschaften beumuhiget ist.
Die redliche Vernunft saget etwas; aber die Leidenschafthält gerade den Gegensatz:
^liuägus cupiäo,
Kiens »liuö fur»6et.
Anfangs wirft man sich, über jene Wahrheiten, die mannicht gern hat, über jene Gesetze, die beschwerlich fallen,selbst zum Richterauf; man untersuchet, ob sie billig, obsie weise seyn:
cur jullii pstris Minium Midi 6ur» vicientur?
Nachdem man ein Bißchen uachgedacht hat, bricht mandie Beschwermß ab ; man thut herzhaft den Ausspruch, daßdie Gesetze weder weise, noch billig seyn :
8uut guoqns «lurs nimis.
Man hat wohl eine Weile gekämpfet; aber die Leidemschüft har endlich das Feld gewonnen:
koüguLM rstione karorem
Vmcere non potuit.
Und der Ausgang aller dieser schönen Ueberlegnngen undEntschlüsse läuft dahinaus, daß man, wider sein Gewissen,und seine eigene Einsicht, allezeit das Schlechteste wählet:
Viäeo meliors, prodogue;
Deteriora te^uor.
Durch diese kurze Beschreibung, die wir nach Gvidenmachen, jenem Dichter, der aus allen die Beschaffenheit desmenschlichen Herzens zum Besten erkannt?, und zum Bestengeschildert hur, sieht man leicht, was für Hindernisse bey
der
* verwandt. 7. B.