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Der Vernunftfchlnß ist ganz einfach und deutlich: eskömmt nur darauf an, alle Folgen davon merklich zu marchm. Zn diesem Ende darf man nnr erklären, w<H mandurch diese Wo'-te: eine redliche Vernunft, und: Hinder-nisse der Vernunft, verstehen soll.
Erstlich heißen wir eine redliche Vernunft jene, welchenichts anders an höret, als was die Liebe der Wahrheit ein,zieht, welche sie aufrichtig suchet, und wann sie dieselbe ge-funden har,, unerachtet aller Vsrrheile, die fähig scheinenmöchten, siewankend zu machen, ihr dennoch herzhaft an«hängt. Diese Gesinnung ist vieleicht die kostbarste, die ineiner Seele wohnen kann; aber wir seltsam ist sie!
Laßt uns iHt von den Hindernissen reden, die wir berüh,ret haben, und welche die Vernunft aus dem Wege räumensoll. Nan! dich ist der kühlichste Augenblick, weil wir ihtden Finger auf die Wunden legen werden, die man wederbekennen, noch entdecken will. Hier muß ein jeder sich selbsterforschen, und sich selber richten.
Die Vernunft trifft in der Untersuchung der tiefsinnigenWahrheiten aus der Naturkunde, aus der Algebra, ausder Mathematik keine Hindernisse an, weil keine Leidenschaftdaran Theil hat. Rechnet man den Lauf eines Schwanz-sternes aus; beobachtet man die Figur der Erde, u. s. w« sobeschädiget und nähret sich der Verstand damit, und dasHerz hat nichts dawider einzuwenden. Wenn es aber aufWahrheiten ankömmt, welche das Herz ordnen, die Leiden,schäften unterdrücken, jenen Geschmack der Unabhängigkeit,des Eigendünkels, und der Hoffart bestreiten sollen, der sosehr nach der Mode ist: dann empöret sich alles im MenschenSegen diese Wahrheiten; alles sträubet sich empor; alles thnt
P p g. Wi,