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Vernunft.
Erster Satz.
Gleichwie es Wahrheiten von verschiedenen Arten giebt,also hat auch die Vernunft verschiedene Wege, umzu der Erkenntnis dieser Wahrheitenzu gelangen.
Es giebt Wahrheiten, die im Vermögen des menschli,chm Verstandes bestehen; es giebt welche, die dem Glau,ben des Menschen vorgestellt werden; es giebt einige ausder Erfahrung; endlich giebt es andere, von denen er nurdurch seine Sinne unterrichtet werben kann.
Es ist augenscheinlich, daß unter diesen Gattungen derWahrheiten keine ist, zu deren Erkenntniß der Mensch nichtgelangen könnte. Aber sie Mittel oder Wege, um vahmzu gelangen, sind nicht einerley, und können nicht einerleyseym
Die Wahrheiten, welche im Vermögen des menschlichenVerstandes bestehen, können nur durch das Mittel der Ver,nunftschlüss? erkannt werden. Dergleichen sind die verständelrchen, geometrischen, physischen, und sittlichen Wahrheiten.Man kann sie nicht anders erkennen, als da man die Ans,drücke und die Begriffe, worunter sie vorgesiellt werden,vergleicht; da man ihre Verbindung mit den ersten Grund-säßen begreift, und die Erkenntniß erlanget, daß sie wirklich injenen ersten Grundsätzen enthalten seyn, von denen Niemandenein Zweifel zu Sinne kömmt.
Die Wahrheiten, die unserm Glauben vorgesiellet wer,den, sind jene, die man nicht kraft der Vernunftschlüsse, son,dem auf das Ansehen der Zeugen annimmt, welche dekräfttigen, daß eine Sache geschehen fty, daß sie da sey, oder daß
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