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2 (1777) M - Z
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593
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Vernunft. 59 z

Unter den Wahrheiten, die man der Vernunft Vorträ-gen kann, girbt es Wahrheiten aus Vernunstschlüssen, undWahrheiten aus der Geschichte. Die Wahrheiten aus Ver-nunftschlüssen sollen auf eine klare und deutliche Weise vor,getragen werden, damit sie die Vernunft leicht fasse, undbeständig behalte. Nun, die Vernunft wird sie nur le.chrfassen, wenn sie einfach sind, wenn sie alle Zweydeutigkeit oderTrugsähe entfernen : und sie wird sie nur beständig bHalten, .wenn ihre Deutlichkeit die Verbindung mit den Grundwahr-heiten und den ersten Grundsätzen zeiget.

Die Wahrheiten aus der Geschichte können und sollennicht eher angenommermverden, als man unumstößliche Be,weift und Zeugnisse aufbringt, daß die Sache, die mau fürwahr ausgiebt, in der Thal geschehen sey. Der Wrrth derZeugnisse wird aus der Eigenschaft der Zeugen geschloffen.Was einförmig von Menschen bezeuget wird, derer Weisheitund Redlichkeit bekannt ist, die im Stande gewesen sind zuuntersuchen und zu urtheilen, die keine andere Absicht undkeinen Nutzen bey ihrer Aussage gehabt haben, als die Liebezur Wahrheit; was von Menschen von dieser Gemürhsartbezeuget wird, soll für unumstößlich wahr gehalten werden.Was aber von unbekannten, herumschweifenden Leuten be,zeuger wird, die voll Leidenschaften, Eigennützen, oder ausMehrern Absichten verdächtig sind; das wird ein vernünftigerMann niemals für eine Wahrheit aufnehmm.

Nachdem wir erkläret haben, was die Venmnik fty;nachdem wir die Gegenstände vocgestellet haben, woran disVernunft geüb et werden kann: laßt uns iho fthen, wie siein der Erforschung und Untersuchung der Wahrheit Zu Wer,ke gehen solle.

II. Band.

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