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2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
592
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592 Vernunft.

der Aufrichtigkeit und Wahrheit in den Worten, von derTreue in den Verheißungen und Verträgen, von der Wohl,thätigkeit gegen seines Gleichen, u. s. w.

Wenn ein Mensch nur ein Wenig darauf merket, unddas natürliche Licht zu Rache zieht, das in ihm ist, so wirder alle diese Grundwahrheiten gewahr: und man hat nochkeinen beträchtlichen und redlichen Menschen gefunden, dersie nicht erkannt, geliebet, angenommen hätte, wie es Ciceroin seinem ersten Buche der Gesetze beweist.

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Diese Grundwahrheiten sind, wie ein kostbarer Samen,oder wie fruchtbare Quellen, die eine Menge anderer Wahr-heiten enthalten: aber, da die Wirksamkeit und Kraft derVernunft nicht allen Menschen gleich ist, wie es die Er,fahrung zeiget; so merken und erreichen nicht alle Menschenmit gleicher Leichtigkeit jene Unterwahrheiten, die in denGrundwahrheiten enthalten sind.

Wenn man dann einige Wahrheiten von dieser zweytenArt Leuten vorzutragen hat, die noch eine schwache Vernunft,wie die Kinder, haben; oder Leuten, derer Vernunft in denSpitzfindigkeiten, Zergliederungen,und Formen derVernunft,schlüsse nicht geübet ist, wie es eine große Menge solcherLeute in dieser Welt giebt: so muß man, um ihnen dieseWahrheiten begreiflich zu machen, mit ihnen zu Werke g«Heu, wie man mit jenen dareingeht, die man zur Mcßkunstabrichten will. Man fängt mit deutlichen Bestimmungen,mir ganz einfachen Sätzen an, die man mit ein wenig Auf,nierksamkeit leicht fassen kann. Man schreitet nicht zu weiternSäßen fort, bis die vorhergehenden wohl begriff n sind, undbis man ihre Erweisung gefasser hat. Also muß man es mitallen Wahrheiten machen, die man der Vernunft vortragt.

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