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Verfolgungen. 575
z. Wie man alles mis brauchet, kann man auch dieMacht und Gewalt misbrauchen, welche die Gefthe mitthei,len. Man kann das Ansehen misbrauchen, um unbilligeGesetze zu verordnen, wie die Bannschriften und Befehle derKaiser, während der ersten drey Jahrhunderte der Kirche,wider die Christen waren. Man kaun auch die Macht undGewalt misbrauchen, um Gewaltthaten, Bedrückungen,Zerrüttungen anzurichken: die Beyspiele davon sind immenschlichen Geschlechts nicht seltsam.
Nun, in allen diesen Fällen, wo Unschuldige oder Gliederder Gesellschaft, die keines Verbrechens angeklagt wären,also mishandelt würden, könnte man mit Rechte sagen, daßdie Weise, nach welcher man mit ihnen verführe, eine wahreVerfolgung sey, weil sie sowohl unbillig als unrechtmäßigwäre.
Nachdem diese Grundsätze also entwickelt sind, fühletman die ganze Richtigkett und Genauheit der Bestimmung,die wir gegeben haben, da wir sagten: Die Verfolgung istein scharfes Verfahren, und ein unbilliges und unrecht,mäßiges Betragen gegen Leute, die nicht strafbar sind.Aus dieser Bestimmung folget, daß man allezeit Recht gehabthat, was immerauch die Philosophen sagen mögen, da mandem Betragen der Kaiser gegen die Christen während dreyerJahrhunderte den Namen: Verfolgung, beylegte. Essind wahre Verfolgungen gewesen.
i. Weil die Christen keineswegs strafbar waren, daman ihnen niemals etwas anders vorwerfen konnte, und inder That vorwarf, als daß sie sich standhaft weigerten, eitleund verächtliche Götzen anzubethen.
2. Weil