. Tugend. s6s
„ eine Tugen- grübet har, woraus andere Menschen einen„ Nutzen gezogen haben.
„ Aber, wenn ein Einsiedler ein Freßwanst, ein Trun-„ kenbold, u. s. w. ist, so ist er lasterhaft: folglich ist er„ tugendsam, wenn er die entgegengesetzten Eigenschaften„ hat?— Dieß kann ich nicht zugeben. Er ist nicht lasier,„ Haft in Absicht auf die Gesellschaft, welcher seine Laster„ keinen Schaden ihun.
„ Aber Nero, der Papst Alexander der Sechste, und„ andre Ungeheuer von dieser Art, haben Wohlthaten er,„ wiesen. — Ich gebe ohne Scheue zur Antwort: Sie sind„ an demselben Tage tugendhaft gewesen,,.
Wir haben das neue System des tugendliebenden Phi,losophen vorgetragen: itzt wollen wir die Folgen davon ab,schildern.
Folgen des neuen Systemes.
Ein Landpresser hat, mit Hülfe eines Auftrags, den ersich arglistig erworben hat, die Völker bedrücket, bestohlen,zu Grunde gerichtet. Nachdem er seine räubrische Habsucht«sättiget hat, will er seiner Eitelkeit Genügen leisten, da erauf seinen Gütern herrliche Paläste bauen läßt, da er beyseinen Unterthaneu etliche kleine Werkhäuser anlsget. O!da soll man keinen Anstand nehmen , diesen Landpresser indie Reihe der tugendhaften Menschen zu setzen. Er istwohlthäkig.
Eine Frau hat die ehliche Treue gebrochen; sie hat ihremManne einen Titel erworben, der bekannt genug, und nur all,zu gemein ist. Aber diese Frau, welche ein gutes Herz hat,kömmt einer armen Mutter, die mit Kindern überladen ist,einem Werkmanne, der in der Noch stecket, zu Hülfe.
Nu z Wohl!