Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
523
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System. srz

Wirken, oder, wenn man lieber will, eine Art des Daseyns, von welcher wir die Dauer wünschen.

Ist diese Bestimmung nicht recht einleuchtend und ver-nünftig? Ist der Verstand durch dieses ordentliche Ver-härmtst nicht ungemein aufgekläret? Ist die Vernunft nichtvollkommen befriediget, wenn man uns saget: Die Glück,seligkeir ist eine Art des Daseyns, von welcher wir dieDauer wünschen.

Nach dieser gutgerathenen und sinnreichen Bestimmungwird man, mit aller Sicherheit, eben so viele Gattungenvon Glückseligkeiten angeben können, als es Leidenschaftengiebt; man wird eben so viele glückselig heißen dürfen, alses einzelne Wesen geben wird, die ihre Leidenschaften befrie-digen können. Der Landprcsser wünschet die Dauer von sei-nen Pressungen, der Freygeist von seinen Schwelgereym, »der Kronräuber von seinen unrechtmäßigen Besitzungen, derStraßenräuber von seinem guten Fange, der Treulose vonseinen Verrärhereym. Also, nach den Lehrsätzen des Dok-tors, sind der Landpresser, -er Freygeist, der Räuber glück-selige Menschen. Jedermann fasset leicht, wie die Ehrlich-keit, die Ordnung, und die Wohlanständigkeit beschaffen seynwürde, welche Lurch eine solche Lehre eins in der Gesellschafteingeführt werden könnte. Ißt wollen wir sehen, ob er ebenso glücklich und so scharfsinnig zu Werke gehe, wo er vonder Tugend redet.

Der größeste Mann unter den Römern saget uns:

Die Tugend ist eine beständige und gutgeordnere Gesim,. nung der Seele, welche diejenigen schätzbar machet, die sie an sich haben; welche aus sich selbsten all unserer Hoch<» achmng würdig wäre, wenn wir auch keinen Nutzen von

ihr