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2 (1777) M - Z
Entstehung
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465
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Seele. 4§5

Pflicht der Gesellschaft aufgehoben. Denn man vernehtns,wie Leute reden werden, oder reden können, die Materialistengeworden sind.

Ob es einen Gott gebe, oder nicht, was ist uns darangelegen? Stirbt der Mensch, so ist alles dahin. Wasbedeutet jenes große Wort: Vorsehung ? Die Vorsehung istnichts. Man hat nach dem Tode nichts zu hoffen, undnichts zu fürchteri. Was ist die Tugend? Ein Vorur-kheil, welches Thoren verführen mag: wenn man sich aberein Vermögen oder ein Vergnügen verschaffen kann, warumsollte man es entbehren?

Man fraget ihr: Was für entsetzliche Unordnungen wür-den nicht dergleichen Folgerungen in die Welt bringen? Umterdessen wären alle diese Folgerungen ganz richtig, wenn manannähme, daß die Seele nicht unsterblich sey. Man ur-thüle bann von dem gräulichen Grundsätze, aus welchem sieHerkommen.

III.

Man hält die menschliche Natur für das vollkommensteDing in her Welt. Aber Ließ wäre grundfalsch, wenn dieSeele des Menschen nicht unsterblich wäre. Im Gegensätzemüßte man, in diesem Falle, alle Menschen, theils fürdie unglückseligsten aus allen Wesen, theils für die Hassens-würdigsten ansehen. Man sieht, daß einige bedrücket, ge-quälet, gemartert; andere Unterdrücker, Ungerechte, Un-menschen sind. Nun, da man setzet, daß die Seele sterb-lich sey, so leben die ersten ohne Trost, die zweyren ohneFurcht der Bestrafung. Dann wäre das Leiden ohne Frucht,die Tugend ohne Belohnung, das Laster ohne Beschränkung.Dann hätte man Recht, die Thiere glücklich zu preisen,Weiche, mit der Sorgfalt für ihre Erhaltung allein beschaff-U. Band. G g liget,