Druckschrift 
2 (1777) M - Z
Entstehung
Seite
464
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I

Ssele.

Anmerkungen

von der Unsterblichkeit der Seele.

Der Lehrsatz

der Unsterblichkeit der Seele ist einenochwendige Folge ihrer Geistigkeit. Aber dieser Lehrsatzstellet allzu ernsthafte Folgen vor, daß er einer gewissen Gat-tung Menschen nicht misfallen sollte, und er ist zugleich aufallzu starke Beweise und Zeugnisse gegründet, daß er mitdem geringsten Scheine der Vernunft angefochten werdenkönnte. Wir werden hier die Beweise davon nicht anführen.Man findet sie in so vielen Büchern, daß sie Jedermannwissen muß, oder ganz leicht erfahren kann. Wir werdenuns genügen, etliche kurze Anmerkungen vorzutragen, dieaber tauglich sind, die ganze Kraft dieser Wahrheit fühlenzu lassen.

I.

Der Lehrsatz von der Unsterblichkeit der Seele schreibt sichvom Anfänge der Welt her: die heilige Schrift berühret ihnan tausend Stellen: alle gesittete, oder ungesittete Völkerhaben ihn allezeit erkannt und angenommen.

Nun, die Übereinstimmung aller Zeiten und aller Völ-ker in einem und demselben Punkte, soll für ein Orakel derNatur sechsten angesehen werden: Omni gutem in re con-lenlio omnium Zentium lex ngturZeputgnäa elt- Isteine Seele störrisch genug, um dieser allgemeinen Uebereimftimmung aller Völker und aller Zeiten zu widerstehen, oderkühn genug, um sie für Jrrthum oder Vorurtheil anzu»geben ?

II.

Man hebe den Lehrsatz von der Unsterblichkeit der Seeleauf, so ist eben dadurch alle Religion, alle Tugend, alle

Pflicht

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