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Seele. 447

wird, und mehr oder weniger Verstand, Beurrheilung,Wirksamkeit zeiget: der Leib ist krank, wann der Leib miteiner Krankheit behaftet ist; er weist, in gewissen Zntpunk,ten, sichtbare Zeichen der Erstarrung und des Alters auf.Sichtbare Zeichen aufweisen! Wie schön gedacht, wie schöngesprochen ist dieses ! Aber wir wollen diese klugen und ein»sichtvollen Gedanken den starken Geistern überlassen, welchesie zu rühmen und zu bewundern wissen mögen.

Wie weit vernünftiger, und weit überzeugender reden diewahren Philosophen , das ist , die wahren Freunde derWeisheit, von den verschiedenen Zuständen, welche derMensch allmählig erfährt! Sie sagen: Die Seele ist einGeist; das ist: eine einfache, untheilbare Substanz, westche bestimmet ist, einen organisirren Körper zu beseelen, undmit Beyhülfr der Hülfsglieder desselben Körpers zu wirken.Wann also diese Hülfsglieder noch schwach und unvollkom»men sind, so können, nach der Ordnung der Natur, dieVerrichtungen der Seele eben auch nicht anders, als schwachund unvollkommen seyn: wann sie mehr Bestand und Stär,ke erhalten haben, so müssen jene Verrichtungen auch mehrKraft und Stärke haben: endlich wann die Hülfsglieder aus,genutzt und starr werden; wann sie einen Theil ihrer Wirk-samkeit, Beweglichkeit, und Empfindlichkeit verlieren;dann müssen nothwendig die Verrichtungen an dem Verfal-le eben derselben Hülfsglieder Theil nehmen, vermittelst wel-cher , und mit derer Beyhülfe die Seele wirken muß, solange sie mir dem Leibe vereiniget ist.

Wir könnten zwar hier die Organisation des menschlichenKörpers auf das umständlichste auslegen, und von seinemersten Ursprünge, durch alle seine Grade, und bis auf seinletztes Abnehmer, damit fortfahren. Aber uns däucht, wir

dörfen