442 Seele.
Tertullian, Synnesius, und noch andere, welche dirhitzigsten Vsrrheidiger dieser Erklärung gewesen sind, habenmir eben so vielem Eifer die Unkörperlichkeit und Geistigkeitder Seele vertheidigst. Man vernehme hier sonderbar, wieTertuklian sich ansdrück«: * Die Seele ist ein einfachesWesen. Es ist eben so wenig eine Zusammensetzung anihr, als eine ^Heilbarkeit; und sie hat keine Theilbar,keit, weil sie nicht aufgelöset werden kann, wenn siezusammengesetzt wäre , könnte sie avfgelöset werden;wenn sie aufgelöset werden könnte, wäre sie nicht mehrunsterblich. Und weil die Seele unsterblich ist, so kannsie dann weder einer Auflösung, noch einer ^Heilbarkeitfähig seyn: denn die ^Heilbarkeit ist eine Auflösung,und die Auflösung ist der Tod.
Einige andere Väter haben auch von der Körperlichkeitder Seele gesprochen; aber auf eine Weise, welche die Maeterialität keineswegs begünstiget. Der heilige Irenäus umter andern, wo er die Träumereyen der Seelenwanderungbestreitet, läßt einen pythagorischen Philosophen austreten,** welcher saget, daß die Seele, da sie ein Hauch ist,nicht anders als in einem Leibe bestehen könne, und daß sienothwendig durch Hülfsglieder unterstützet werden müsse.Aber der heilige Irenäus antwortet, es habe die Seele desMenschen eine ungemein feine Hülle; sie erhalte nach demTode des Menschen durch dieses Mittel die menschlicheGestalt,und sie sey folglich, nur in Vergleichung mit dichten Körpern,die in unsre Sinne fallen, lediglich unkörperlich. Wir kön-nen von dieser Erklärung des heiligen Irenäus sagen, waswir von der Erklärung Tertullians schon gesagt haben,
daß
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