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Seele. 44 ^
Die Väter haben allezeit die Geistigkeit und Unkörper,licbkeit der Seele bestätiget, bewiesen, und vertheidiget. Eshieße sie verleumden, wenn man ihnen in diesem StückeZweifel beymessen wollte. Aber etliche aus ihnen habennoch eine der scharfsinnigsten Fragen, die man aufwerfenkann, untersuchen, und nachmals erklären wollen; nämlich:wie man eine Seele von einer Seele unterscheiden könnte,nachdem sie von ihrem Leibe getrennet wären. Man sehezum Beyspiele, die Seelen des Cicero, Läsars, Lato,pompejus, Latilina wohnen beysamen. Wie werden die,se Seelen, da sie von den Leibern getrennxt sind, sich voneinander unterscheiden? wie werden sie einander erkennen mö,gen? Um diese Frage zu beantworten, haben die Väter, miterlichen Philosophen aus den alten Zeiten, vecmuthet, daßdie Seelen, wenn sie gleich geistig sind, dennoch gewisseunterscheidende Kennzeichen, gewisse Gestalten, gewisse Prä,ge haben, die sie von den Leibern, in denen sie wohnten,und von Len Leidenschaften, wovon sie bewegt waren, behalten;daß sie durch diese Kennzeichen oder Präge sich einander er,kennen, und vermeiden mögen, daß sie nicht die Seele desLatilina für des Cicero Seele, oder die Seele des Läsarsfür des Pompejus Seele halten. Diese Kennzeichen, Ge»stallen, oder Präge, wurden von ihnen die Rörperlichkeitder Seele geheißen.
Diese Art zu schließen ist zwar nicht von den besten ge,wesen; aber sie begünstiget die Materialisten im geringstennicht: und ich glaube, unsere großen Philosophen wären,mit aller ihrer Wissenschaft, heut zu Tage sehr verlegen ,wenn sie eben diese Frage beantworten müßten: wie kön,nen die Seelen, wann sie von den Leibern getrennetsind, sich einander erkennen und unterscheiden?
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