438 Seele.
„ Liebe, -es Hasses, der Unruhe, der Freude, der„ Furcht, des Verlangens, können von keiner jener Grund,,, Ursachen Herkommen, woraus alle körperliche Pd fühlbare„ Saä>m entspringen. Man muß eine Substanz von einer„ fünften Gattung zulassen, die von den übrigen ganz uw„ terfthieden ist; eine Substanz, die in sich sechsten und„ aus sich sechsten ihre Kraft, ihre Wirksamkeit hat, und„ die jene Verrichtungen Hervorbringen kann, wozu die ma»„ terialischen Grundursachen unfähig sind „.
Cicero.
Dieser Mann, der größeste Geist, welchen das alte Romgehabt hat, und der alle großen Geister des Griechenlandserreichet und vieleicht überkroffen hat, machet auf die sieg»reicheste Weise jene zu Schanden, die ihre verstellten Zweifelüber die Natur der Seele vortragen möchten. „ * Es giebt„ hier auf Erden nichts,,, saget er,,, das man für die,, Grundursache und den Ursprung der Seele angeben könnte:„ denn in der Seele ist nichts vermischet, nichts zusammen»„ gesetzt, nichts von der Materie entsprungen, oder aus„ der Materie gestaltet; nichts hat mit der Natur des Was»„ serS, der Luft, oder des Feuers ein Verhälmiß: denn„ nichts von all diesem kann das Gedächtniß, den Verstand,„ den Gedanken erzeugen; nichts kann das Vergangene zu,„ rückrufen, die Zukunft versehen, von dem Gegenwart»„ gen urcheilen. Die Seele kann also nur von Gotte her»„ kommen. Sie hat dann eine ganz besondere Natur, weil„ sie von jenen Dingen ganz verschieden ist, die wir sehen„ und gebrauchen. Wir können die göttliche Natur uns„ nicht anders vorstellen, als wie ein einfaches Wesen, das