4Z6 Seele,
von einer Bewegung etlicher Theilchen Materie seyn könnte,welche in unsrer Person die Lage verändert hätten, oder dieWirkung von einem Umlauft flüssiger Theilchen, die inuns vorbcygienge, wie der Umlauf des Saftes in einerPflanze geschieht. Es muß dann von einem mächtigem,wirksamern, und einfachem Ursprünge Herkommen, als dieMaterie ist. Diesen Ursprung verstehen wir, und wolle» wirdurch das Wort: Seele, oder geistiges Wesen, verstehen.
Dritter Beweis.
Die Untheilbarkeit des Gedankens.
Wer nur ein Bißchen einer Ueberlegung und Unterst»chung fähig ist, verfasset leicht, daß alles, was Materieoder materialisch ist, theilbar sty, weil es nothrvendig denBegriff eines Haufen, oder einer Sammlung von Theilchenmit sich bringt: und man fasset auch leicht, daß alles, waswir Verrichtungen des Verstandes und des Willens heißen,nothwendiger Weise einfach, unrheilbar, und folglich uwmaterialisch sey. Man bejahet, man verneinet, man ver-gleicht, man giebt Beyfall, man erkennt die Wahr/heit, man suchet sie, man schiebt sein Uckheil auf:wie dörfte man sagen, daß all dieses theilbar wäre? Wiewürde man Jemanden ansehen, der behaupten wollte, daßman eine Empfindung, einen Gedanken, einen Zweifel, ei-ne Bejahung, eine Verneinung in zwey rheilsn könne?Elende Ausfluchten! Der gesunde Verstand ärgert sich da-rüber. Dieß ist die ganze Antwort, welche Leute verdienen,die sie zu brauchen wagen.
Man hat diese drey Beweise auf das Möglichsteins Kur-ze gezogen; aber man wird sie, in der Antwort auf die drit-te Frage von der Materie, ganz entwickelt und ganz <mS-geführet finden. Man sehe denselben Artikel nach.
Vier-